Pressebericht

Ausbildung Gasmessgeräte, Messtechnik und Messtaktik für die Feuerwehr

Donau Post - 25.05.2019

Erich Ertl, Sünching MA Nr. SR 14341 LA 22990

Sünching/Landkreis. (er)  Unter dem Motto  „Gase – eine unsichtbare aber tödliche Gefahr“

fand in Sünching eine Ausbildungsveranstaltung für die Feuerwehren des Landkreises Regensburg statt.  Neben dem Referenten Brandoberinspektor und Gefahrstofftrainer Matthias Schorn,  Zugführer bei der Werkfeuerwehr BMW Dingolfing, konnten die Kreisbrandmeister Christian Stöckel und Martin Bosl Wehrleute aus Wörth/Donau, Obertraubling und Sünching begrüßen.

 

Wie Matthias Schorn betonte, kann man viele hochgiftige Gase weder riechen noch schmecken. Ein explosives Gasgemisch kann oft mit den menschlichen Sinnesorgangen nicht wahrgenommen werden. Die Gefahren die sich daraus ergeben, werden daher oft unterschätzt. Um diese überhaupt und vor allem frühzeitig zu erkennen bedarf es der Unterstützung von technischen Mitteln wie Gasmessgeräten und Prüfröhrchen. Auch bei diesen Geräten ist es wie mit jeder Technik: sie ist nur so gut wie der Anwender, welcher sie bedient.

 

Viele Feuerwehren besitzen eine solche Gasmesstechnik um Gefahren rechtzeitig zu erkennen und um hier handlungssicher zu werden, veranstaltet der Landkreis Schulungen für seine Feuerwehren. Egal ob Freiwillige Feuerwehr, Berufs- oder Werkfeuerwehr, alle haben sie eines gemeinsam: Sie sind bereits oder könnten in der nächsten Sekunde mit dem Thema Gefahrstoff  und Gefahrgut konfrontiert werden. Gerade bei vermeintlich "kleinen" Feuerwehren hört man oft die Aussage: "Da kommen dann die aus der Stützpunktwehr und regeln das schon". Diese Einstellung kann lange gut gehen, kann aber schon bald zur Katastrophe führen. Denn nur weil man die Augen davor verschließt, ist die Gefahr noch lange nicht verschwunden, so der Referent.

 

Ein ABC-Einsatz kann jede Feuerwehr treffen, egal ob groß oder klein und es sind gerade die ersten Maßnahmen, die den Verlauf des Einsatzes maßgeblich beeinflussen.  Eine scheinbare "Wunderwaffe" gegen Gefahrstoffe ist heutzutage schon für wenig Geld zu bekommen und viele Hersteller werben mit paradiesischen Versprechen. Die Rede ist von Mehrgasmessgeräten. Doch wer über den Tellerrand schaut und das nötige Hintergrundwissen hat, stellt so manches Werbeversprechen in Frage.

 

Auch bieten solche Geräte nicht den ultimativen Schutz oder beeinflussen unseren Einsatz nicht immer positiv. Im schlimmsten Fall "lügen" uns diese "Wunderwaffen" an, glaubt Matthias Schorn und fügt an, dass auch bei Brandeinsätzen Messungen sinnvoll sein können. Dazu muss man aber wissen, welche Technik zum Einsatz kommen soll und auf welchen Stoff geachtet werden muss.

 

Denn gerade bei Messungen während und nach Bränden haben sich schon viele die Frage gestellt, was überhaupt gemessen werden soll. Oft werden hier fatale Fehler begangen. Bei dem Schulungsabend in Sünching  wurden die Gefahren von Gasen und Dämpfen anschaulich vermittelt und die Möglichkeiten, aber vor allem auch die Grenzen der Gasmesstechnik beleuchtet. Nicht nur das korrekte Bedienen der Geräte, sondern besonders die Interpretation von Messergebnissen und die dadurch mögliche Ableitung von Maßnahmen waren ein wichtiger Punkt.

 

Wie es auch bei anderen technischen Geräten der Fall ist, benötigen die Gasmessgeräte eine regelmäße Prüfung um sicherzustellen, dass sie im Ernstfall zuverlässige Messergebnisse liefern. Auch hierfür wurden die Teilnehmer sensibilisiert.

 

Besonders das Einsteigen in Kanäle, enge Räume und Silos, wie sie oft in Kläranlagen und der Industrie vorkommen, bergen eine besondere Gefahr von gefährlichen Gasen und Dämpfen. Diese können nur durch sogenannte „Freimessungen“ sicher ausgeschlossen werden. Dafür benötigt es eine spezielle Ausbildung um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und die Vorgaben der Berufsgenossenschaft einzuhalten.

 

Zusammenfassend meinte Matthias Schorn, dass nur eine gute Ausbildung ermöglicht, Gefahren zu bestimmen und Messsysteme richtig zu verwenden, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Wer nicht das nötige Wissen dazu hat, dem kann ein kleines Gerät die größten Probleme bereiten. Hierbei ist das Beschaffen und Einschalten nur das Kleinste.